Tiefgründig- und Oberflächlichkeit..... das sind Begriffe die jeder kennt und ich denke auch immer etwas unterschiedlich interpretiert werden. Allerdings stimmen sicher alle damit überein, dass Tiefgründigkeit bedeutet, mehr nachzudenken als wenn man oberflächlich ist. Auf jeden Fall werde ich mir hier ersparen, was diese 2 Begriffe genau bedeuten, da die Interpretation ja so verschieden ist. Ich werde daher vorallem darüber schreiben, warum Tiefgründigkeit sich lohnt wenn man sie u.A. grob so definiert, wie ich es oben geschrieben habe.
Denn, welche Frage sich oft stellt ist die, was sich an Tiefgründigkeit so lohnt, weil eben viele nicht tiefgründig sind.
Oberflächlich zu sein ist bequem, nicht unbedingt leicht, aber halt bequem. Der Mensch ist von Natur aus träge und faul. Wir haben für uns selbst allen wenig Motivation und wenn wir diese nicht gezielt vorgelebt bekommen und an anderen Menschen erkennen können, wie gut es ist, aktiv Dinge anzupacken, sind auch wir faul und träge. Sind wir depressiv, machen schlechte Erfahrungen oder haben verletzende Erlebniss, wirft uns das immer auch ein Stück weit zurück und verzehrt vorallem unsere Kraft. Viele Menschen verlieren dabei soviel Kraft, dass sie sich von selbst nicht mehr aufraffen können.
Tiefgründig sein ist schwierig, kompliziert und scheinbar weniger ertragreich als die Oberflächlichkeit. Tiefgründigkeit ist anstrengend, erfordert Arbeit und manchmal auch viel Kraft und kontinuität. Tiefgründig sein hat mit Einsicht zutun, mit Einsicht über sich selbst, sein Leben und sein Handeln und Denken. Man "sieht" also sozusagen in diese Bereiche "ein", so definiere ich das jetzt Mal für mich, weil es nicht zwingend darum geht, alles einzusehen oder bestimmte Dinge unbedingt einzusehen. Darum wird es später aber nochmal gehen.
Nur warum sollte man Tiefgründig sein? Was bringt es einem? Einfach gesagt.... Wahrheit. Nicht sofort alle Wahrheit, aber zumindest mehr Wahrheit als die Oberflächlichkeit bringt. Denn die Oberflächlichkeit will sich oft mit Dingen nicht auseinandersetzen, will sich nicht hinterfragen lassen und nicht den anderen hinterfragen. Daher entsteht durch mehr Oberflächlichkeit auch mehr Lüge.... und leider auch Selbstlüge.
Klar, jetzt ist die Frage, was die Wahrheit mir eigentlich bringt. Und eben da sind wir bei dem zentralen Punkt. Will ich sozusagen lieber die blaue Pille oder die Rote? Damit spiele ich auf den Film Matrix an, bei dem eine Pille die Wahrheit offenbart und einem dann klar wird, dass das was man in vielen Dingen dachte alles nicht stimmt, und eine Pille, die einen die Zweifel an der für bisher wahrgehaltenen Lüge wegnehmen, sodass man das was falsch ist weiterhin als für sich selbst richtig betrachtet.
Wollen wir also lieber die Lüge haben, so können wir ruhig oberflächlich bleiben und müssen uns nicht verändern. Wollen wir aber die Wahrheit, sollten wir uns schon zum Tiefgründigen hin entwickeln wollen. Auch wenn viele Menschen glauben, eine angenehme Lüge sei besser als eine unangenehme Wahrheit, so ist das komplett falsch. Denn aus der unangenehmen Wahrheit kann man etwas WIRKLICH angenehmes machen, etwas wahrhaftig gutes. Aus der Lüge kann man aber nichts gutes und nichts schönes machen.
Oberflächliche Menschen denken also sehr kurzsichtig und scheren sich nicht um Morgen oder Übermorgen. Es ist nicht nötig sich um Morgen Sorgen zu machen, aber man sollte schon darüber nachdenken, eben weil man sonst nur für das hier und jetzt lebt und das ist eben oft falsch...weil ich dann auch schnell anfange, falschen Gelüsten und Begierden hinterherzulaufen, weil diese mich eben jetzt gerade packen. Aber das viele Begierden, denen ich jetzt nachgehe, mir im Nachhinein stark schaden können und in vielen Bereichen auch werden, das will ich nicht sehen... und somit stürze ich mich dann weiterhin in diese Begierden hinein. So ging es mir früher oft und so geht es heute noch vielen Menschen und manchmal auch mir. Ebene das ich oberflächlich denke, mich von meinen Begierden einnehmen und manchmal sogar geistig lenken lasse.
Wollen wir also kurzsichtig sein und unseren aktuellen Verlangen nachlaufen oder wollen wir an uns arbeiten um unser Leben wirklich etwas mehr in den Griff zu bekommen? Das ist eben die zentrale Frage...
Das Problem ist.... das die Oberflächlichkeit ständig eine unterschwellige Unzufriedenheit mit sich bringt. Ihr Beigeschmack ist immer bitter und schadet uns immer mehr. Denn eigentlich merken wir unterbewusst ständig, wie eng unsere eigenen Grenzen eigentlich sind und wie wenig wir einsehen, zugeben und uns eingestehen wollen! Diese Art von denken ist uns so zuwider, dass wieder dann oft, wenn wir in so eine "Zwickmühle" geraten, noch mehr Oberflächlichkeit suchen und jeglichem Kontakt mit der Tiefgründigkeit versuchen aus dem Weg zu gehen.
Das führt dann oft dazu, dass wir uns noch mehr selbst schaden, eben, weil wir Menschen eigentlich nicht dafür geschaffen sind, oberflächlich zu sein. Natürlich, mal oberflächlich zu denken, zu reden und zu handeln ist normal und auch menschlich. Allerdings ist es nicht normal, wenn man vor allen wichtigen Themen die sich oder andere betreffen die Augen gänzlich verschließt.... und sich vor solchen Gesprächen mit derartigenm Inhalt zu streuben.
Wir sind oft zu passiv und zu inkonsequent, um wirklich tiefgründig sein zu wollen, und vorallem, um es durchziehen zu können. Denn tiefgründig sein hat ja nicht nur etwas mit tiefgründigem Denken zutun.
Es geht nicht darum das Tiefgründigkeit so viel toller ist als Oberflächlichkeit, sondern darum, dass Tiefgründigkeit wahrhaftiger und echter ist. Und letztendlich...schadet einem die Wahrheit nicht im Gegensatz zur oberflächlichen Lüge.
Klar, Tiefgründigkeit hat auch ihre Grenzen, aber es ist möglich, völlig ehrlich und offen mit sich zu sein. Damit ist nicht gemeint, direkt alles von sich preiszugeben und zu erzählen, sondern dass man einfach authentisch und ehrlich ist und sich nicht vor allem verschließt.
Tiefgründigkeit hat außerdem den Vorteil, dass man in seinem Leben besser vorankommt. Man hat intensivere Beziehungen zu Menschen und nicht nur oberflächliche Freundschaften, deren Inhalt zumeist aus sinnlosem Smaltalk besteht. Tiefgründigkeit bedeutet aber auch, dass man Schwächen zugibt und sich eingesteht, eben oft nicht alles hinzubekommen und dies nur mit Hilfe zu schaffen.
Meine persönliche Meinung ist es ebenfalls, dass tiefgründige Menschen auch eher zu Gott finden, bzw. sich von ihm finden lassen als oberflächliche Menschen. Denn die tiefergehenden Personen erkennen, dass sie in ihrem Leben Leitung und Führung brauchen während die oberflächlichen ständig nur an der Fläche sich aufhalten ohne wirklich konsequente Schritte nach Vorne zu gehen. Ich weiss das ich mit diesem Gedanken sicherlich auf viel Wiederstand stoße, weil man daraus nun entnehmen kann, dass jeder, der Jesus verneint, oberflächlich ist. Das stimmt aber. Natürlich können auch Nichtchristen tiefgründig sein, aber diese Tiefgründigkeit erstreckt sich dann eben nicht über alle Bereiche seines Denkens. Genauso muss aber ein Christ nicht in jede Richtung tiefgründig sein, denn sonst wären alle Christen automatischer tiefgründig als alle Nichtchristen, was ja so nicht stimmt. Allerdings ist die Tiefgründigkeit eines bekehrten Christen im Bezug auf die Wahrheit und deren Konsequenzen schon sehr ausgeweitet.
Als Nichtchrist kann man sich eben nur an der Oberfläche aufhalten, selbst wenn man noch so tief gräbt, weil man das Gesamtbild eben nicht erfasst sondern ständig nur punktuell tiefgründig ist, jedoch nie aufs gesamte bezogen.