Aktiv und Passiv sein.... über diese 2 Dinge ist mir in den letzten 2 Wochen eine Menge klargeworden.
Neulich wurde mir sehr deutlich, wie passiv ich all die Jahre war..... immer habe ich versucht, Dinge herauszufinden, Probleme zu bewältigen und Schwieigkeiten zu meistern. Aber haben Dinge nicht funktioniert.... sind Dinge nicht so gekommen wie ich es mir gewünscht hatte, so hab ich diese Verantwortung dafür immer abgegeben und war ständig nur passiv. Ich will hier einige Beispiele nennen....
So habe ich früher u.A. oft gesagt:
- "Weil ich in der Kindheit so schlecht behandelt wurde, bekomme ich heute nicht mein Leben in Punkto Frauen auf die Reihe."
- "Weil die Schule scheisse läuft geht es mir scheisse."
- "Weil meine Beziehung kaputt ging, ist mein Leben wieder sinnlos."
- "Weil ich keine Perspektive hab, bekomme ich mein Leben nicht auf die Reihe."
- "Weil ich nicht heulen kann schneide ich mir in die Arme."
- "Weil mich keiner versteht, bin ich so depressiv."
- "Weil ich den und den Menschen nicht verlieren will, verändere ich mein Verhalten in dieser und jener Hinsicht nicht."
Dies sind nur einige Dinge von den unendlich vielen Faktoren, die ich früher als Gründe für mein Verhalten genannt habe. Eine Sache liegt bei all diesen Gründen in gleicher Weise vor....ich REagiere. Ich bin derjenige, der sich als passiven Faktor bei dem ganzen darstellt, der nur handelt, wenn vorher etwas passiert ist mit oder an ihm. Ich mache also die Umstände und äußere Faktoren für mein Handeln verantwortlich.
Und mir ist erst kürzlich wirklich deutlich geworden, was da der Grund für ist. Ich drücke mich vor Verantwortung. Natürlich sind viele dieser Behauptungen wahr. Aber nur weil ich das einsehe, heisst es doch noch lange nicht, dass ich das passive Opfer sein muss. Ich könnte das doch auch komplett ändern und positiv sehen. Dadurch, dass ich nämlich endlich die Gründe kenne, kann ich diese doch auch endlich angehen und mich wirklich zum positiven verändern. Aber so habe ich es nie gesehen...
Ich habe immer die Umstände dafür verantworlich gemacht, dass ich mich so verhalte wie ich mich eben verhalte.... um die Verantwortung und somit auch die damit verbundene Schuld nicht tragen zu müssen. Denn immer wenn ich was tat was dann schief lief, waren die Umstände schuld. Klappte es aber, so war ich allein dafür verantwortlich und rühmte mich mit meiner ach so tollen Leistung.
Das Problem ist, dass es mit einem einfachen:"Ja, ich bin Schuld und trage die Verantwortung." meist nie gegessen ist, denn: Erstens macht das sogut wie niemand und zweitens, schaffen wir das meistens von unserer Kraft her gar nicht. Wir Menschen geraten sehr schnell in Resignation, wenn wir über längere Zeit passiv sind.
Oft wissen wir dann auch keinen Rat, weil wir wirklich festhängen und nicht aus unserem Gedankenlabyrinth rauskommen können. Dabei müssten wir so viele Dinge einfach nur machen, ohne sie großartig in unseren zu Gedanken. Jedoch haben wir auch dafür nicht die Kraft, weil wir eben unseren Arsch nicht hochbekommen.
Natürlich schaffen wir es, hier und dort aktiver zu werden und Dinge zu erreichen. Was aber unsere tiefen Abgründe, Verhaltens- und Denkweisen angeht, können wir uns oft nur einen minimalen Schritt nach vorn bewegen. Allerdings merken wir dann wieder, wie schnell wir eigentlich wieder zurückfallen und in wahrheit gar nichts ändern können. Das muss garnicht begründet sein in fehlender Motivation, sondern es liegt vorallem begründet in fehlender Kraft, also unserer Schwäche. Und hier sind definitiv menschliche Grenzen erreicht.
Und hier kommt Jesus ins Spiel. Durch ihn können wir diese Kraft bekommen, sodass wir uns wirklich grundlegend verändern können. Mit dem Blick auf ihn, können wir so viel mehr schaffen, eben weil uns immer wieder aufhilft, wenn wir nicht aufstehen können. Und in wahrheit können wir allein nur ein Stück weit aufstehen, aber werden immer nur wieder zu Boden gedrückt von unserer Umwelt, dem Leben und einfach dieser Erde, die sich so in eben diese passive Richtung bewegt.
Wie oft schieben wir die Verantwortung für unser Handeln und Tun auf den Staat, unsere Mitmenschen und unsere Vergangenheit. Wie oft sagen wir, dass wir dafür ja nichts können, nur weil wir nicht einsehen wollen, dass wir doch so viel so gerne verändern würden, aber das allein einfach nicht schaffen. Und das hat nichts mit den Umständen zutun. Das hat damit zutun, dass wir nicht einsehen wollen, dass wir wirklich auf Gott angewiesen sind und seine Leitung brauchen.
Natürlich muss uns Menschen erstmal oft bewusst werden, dass wir so passiv sind und all diese Dinge abwälzen auf unsere Umwelt..... nur liegt es an uns ob wir so tiefgründig sein wollen dies einzusehen oder ober wir oberflächlich bleiben wollen ohne selbst etwas anpacken zu müssen.
Und dieser Punkt ist einer von denen, der uns davon abhält auf Jesus zuzugehen und zu sagen "Ja, ich brauche dich ganz konkret in meinem Leben, eben weil ich alleine schwach und hilflos bin und nie wirklich vorankomme." Er ist derjenige, der uns wirklich zeigt worauf es ankommt. Nämlich darauf, den Blick auf ihn zu richten um endlich aus unserer totalen Sinnlosigkeit und Passivität rauszukommen.... doch sind wir bereit dafür, tiefgründig genug zu sein um diese Wahrheit erkennen zu wollen? Dass wir es alleine eben nicht hinbekommen und wirklich Wahrheit und Festigkeit in unserem Leben brauchen, weil wir sonst am Ende verloren sind........