Es stimmen mir sicher alle Leser zu, wenn ich sage, dass Freunde etwas existenziell wichtiges für die positive Entwicklung von uns Menschen sind. Sicherlich würden jetzt einige behaupten, dass man den Begriff Freundschaft, bzw. Freunde erstmal definieren muss.
Ich muss sagen, dass ich verschiedene Arten von Freunden habe. Ich habe Freunde, mit denen ich über wirklich alles reden kann wenn ich das Bedürfniss habe und bei denen ich dies auch nutze. Allerdings habe ich auch Freunde bei denen ich nicht alles anspreche, eben weil es mir Aufgrund der Art der Freundschaft schwer fällt. Allerdings bin ich sehr bestrebt, mit all meinen Freunden dahinzukommen, dass der Umgamg mit ihnen rundum ehrlich und auch sehr offen verläuft. Von daher arbeite ich daran und lasse das nicht schleifen.
Viele Menschen haben ja noch sehr viel mehr Arten von Freunden, wenn ich das so nennen kann. Da gibt es die Kumpels, die Schulfreunde, die Sportfreunde usw. Aber sind das dann wirklich Freunde? Ich denke, dass der Begriff Freundschaft heutzutage gar keine wirkliche Gewichtung mehr bei den meisten hat.
Ich habe es z.B. schon oft erlebt, dass Menschen meinten, dieseo der jene Person wäre ihr Freund und in Wahrheit waren das nur "Saufkompanen" o.Ä., wobei ich dann dachte, dass das doch keine Freunde sein können. Und von daher fragte ich mich schon oft, ob der Begriff "Freundschaft" einfach willkührlich gebraucht wird, wie z.B. der Begriff "Liebe". Und da komme ich für mich auf ein klares "Ja".
Ich weiss das viele Menschen keine wirklichen Freunde haben und viele leiden stark darunter, was auch mehr als verständlich ist. Oft sind das auch Menschen, die generell wenig Kontakt zu anderen Menschen haben, einfach weil sie nicht so kontaktfreudig o.Ä. sind. Aber es gibt auch Menschen, die sehr viele Kontakte haben, jedoch kaum ein wirklicher Freund unter diesen ist.
Es gibt auch Menschen, die ihre normalen Kumpels als richtige Freunde ansehen. Ich denke nicht das der Gedanke dann unbedingt falsch ist, jedoch finde ich ihn auf wenige Faktoren beschränkt. Denn mit Kumpels redet man nicht wirklich über eigene Probleme, Gefühle, Schwächen usw. Daher sind diese "Freundschaften" dann beschränkt auf relativ wenig Faktoren, wie z.B. gemeinsam Party machen und über das Berufsleben reden o.Ä.
Meine Meinung ist, dass jeder Mensch, damit er kontinuierlich an seiner Persönlichkeit arbeiten und sein Charakter wachsen kann, wirkliche und wahre Freunde braucht. Ich denke hier aber nicht bewusst nur an Menschen die von Außen kommen. Ich denke auch, dass z.B. ein Geschwister- oder Elternteil ein Freund sein kann für einen. Denn wenn man mit der Person neutral und offen über seine Probleme und Schwächen reden kann und nicht nur das Persönliche, sondern auch das Sachliche im Vordergrund steht, so ist hier auch sozusagen eine "Freundschaft" denkbar. Allerdings gibt es das zwischen Eltern und Kind nur sehr selten, was aber auch verständlich ist, da die Beziehung zueinander einfach eine andere ist und man für seinen Elternteil eigentlich nicht so "Freund" sein kann wie er für einen selbst vielleicht.
Ich denke, dass der Grund, warum viele eben keine echten Freunde haben, meist auch bei den jeweiligen Menschen selbst liegt. Denn viele Menschen setzen sich mit sich selbst nicht intensiv auseinander, befassen sich kaum mit ihren Schwächen und ihren Problemen und Fragen die sie haben. Und da man sich meistens Freunde sucht, die einem in bestimmten Bereichen ähneln, oder mit denen man in gewisser Weise auf einer Wellenlänge liegt, bekommt man eben dann auch oft Freunde, die sich genauso wenig auseinandersetzen mit sich, wie man dies selbst tut. Daher betrachtet man aber dann auch oberflächliche Freundschaft oft als richtige Freundschaften, weil man eben tiefe Freundschaften nie wirklich kennen gelernt hat. So ergeht es zumindest einigen denke ich.
Ich finde, dass Freunde in gewisser Weise auch ein Spiegel zu einem selbst sein sollten. Denn man kann durch Freundschaften nur wachsen, wenn man von seinen jeweiligen Freunden auch Feedback über sich und sein Denken und Verhalten bekommt. Außerdem finde ich, dass Freunde auch dafür dasein sollten, dass man gemeinsam mit ihnen wirklich auch an sich arbeitet, indem man gemeinsam seine Gedanken austauscht und daran arbeitet, was schief läuft.
Außerdem sollten Freunde auch wichtige Ratgeber für einen selbst sein, man sollte sich so gut kennen, dass man die Meinung des anderen ernst nimmt und darüber auch nachdenkt.
Ich hab das früher oft nicht getan. Wenn ich z.B. eine Freundin hatte und einzelne Freunde nicht so hinter der Beziehung standen, habe ich das oft ignoriert und "schön geredet". Natürlich haben Freunde längst nicht mit allem recht oder sind der Maßstab aller Dinge. Allerdings sind Freunde, die einen kennen, wirklich sehr wichtige Rückmelder über das, was man tut. Und daher sollte man ihre Meinung auch wirklich ernst nehmen und überdenken. Hätte ich dies damals getan, dann hätte ich sicherlich einige Fehler nicht begangen.
Auch finde ich, dass man seine Freundschaften sehr ernst nehmen sollte. Der Vorteil an Freundschaften ist, dass es eigentlich keinen Grund gibt, sich mit ihnen zu streiten, außer man ist zu egoistisch und uneinsichtig. Denn man führt mit seinen Freunden ja keine Partnerbeziehung und muss somit längst nicht daran arbeiten, die Dinge, die einen an seinen Freunden stören, wegzubekommen o.Ä. Außerdem sieht man seine Freunde nicht ständig, wohnt nicht zwangsweise mit ihnen zusammen, auch nicht in naher Zukunft usw. Ich hab ja einen guten Freund als Mitbewohner und muss sagen, dass dieser Punkt immer ein komischer und auch manchmal störender Faktort ist, wenn man zusammenwohnt und dann auch noch ganz gut miteinander befreundet ist. Denn wenn man mit einem guten Freund zusammenwohnt ,dann muss man sich ja zwangsweise mit "Macken" des anderen auseinandersetzen, was man bei einer Freundschaft ohne WG - Leben überhaupt nicht machen müsste. Da würde dann vielleicht manchmal ein Ratschlag reichen usw, aber wenn man zusammenwohnt, dann muss man auch Kompromisse machen und sich auf verschiedene Eigenschaften einfach einlassen und diese akzeptieren.
Es gibt ja auch Menschen die sagen, dass Freunde wichtiger sind als der Partner, weil die Freunde einen ja nicht "im Stich lassen". Diese Einstellung finde ich sehr zweifelthaft, da man dann
1. seine Beziehung runtermacht und eine negative Einstellung gegenüber Beziehungen hat.
und
2. den eigentlichen Sinn einer guten Beziehung nicht kennt.
Denn wenn man einen Partner hat, dann sollte dieser Mensch nicht nur der Partner sein, sondern auch zugleich der beste Freund für einen selbst! Denn wenn man meint, dass man über "bestimmte Dinge" nur mit Freunden und nicht dem Partner reden kann, dann ist das eine höchst gefährliche Ansicht. Es ist zwar klar, dass Frauen manchmal am besten von anderen Frauen verstanden und Männer manchmal am besten von anderen Männern verstanden werden (wenn es z.B. um bestimmte "Frauensachen" geht und so auch mit Männern in "Männersachen"), allerdings sollte man auch mit seinem Partner über jeweilige "Frauen- und Männersachen" reden können und dies auch tun.
Freunde sind meiner Meinung nach halt einfach wichtig dafür, dass man geistig wachsen kann. Denn ohne Freunde hat man niemanden, der einen einfach mal in den "Arsch tritt" oder einem Mal sagt, was man falsch macht. Klar, man kann sich diesen Rat eben auch von Eltern usw. holen, aber bei Freunden ist das definitiv immer etwas anderes!
Aber hier gilt auch, dass gute Freundschaften natürlich auch aus Geben und Nehmen bestehen, da davon einfach jeglicher gemeinschaftliche Kontakt mit anderen Menschen betroffen ist.
Insgesamt sind Freunde etwas einfach tolles und wenn man merkt, dass bestimmte Freundschaften schlecht, bzw. nicht wahrhaftig verlaufen, sollte man daran arbeiten und versuchen etwas zu ändern, denn sonst kann es sein, dass Freundschaften auch auf sehr verletzende Art und Weise kaputt gehen, was ich auch schon erlebt habe....