Beziehungen und Ehen


Beziehungen sind schon ein sehr schwieriges Thema..... eigentlich ja nicht, nur sehen es viele als sehr schwierig an. Klar, einfach ist eine Beziehung nie, aber man sollte niemals zuerst an "Schwierig" denken, wenn man über Beziehung nachdenkt. Denn Beziehungen sollen etwas sehr schönes sein und nicht etwas schwieriges.

Denn das ist eben heutzutage leider der Fall: Sehr viele Menschen verbinden unzählig viele unangenehme Gedanken mit dem Thema Beziehung. Und das find ich eben so schade, denn ich denke, dass die Sichtweise der Menschen das Problem ist und nicht die Beziehungen an sich.

Es gibt leider kaum noch Menschen, die nicht auf irgendeine Art und Weise "Beziehungsgeschädigt" sind, selbst wenn es nur ein bis zwei schlechte Erlebnisse waren. Und dann fangen sie schnell an Beziehungen als umständlich, kompliziert und sowieso nicht nützlich, anzusehen. Und dann denken diese Menschen sich eben, dass sie eh keiner will, bzw. dass sie eh keinen bekommen. Und dann wird das eigene Bild über Beziehungen plötzlich sehr negativ und man fängt an sowas zu verneinen und zu behaupten, dass Beziehungen meist eh nicht für immer halten können usw.

Natürlich sind diese Denkweisen sehr zweifelhaft und vorallem nicht förderlich für das Selbstbild.

Klar, man muss ja nicht unbedingt gut über Beziehungen denken und schon garnicht unbedingt versuchen, eine zu bekommen. Aber der Punkt ist, dass so viele Menschen eben immer den "Umständen" oder den "anderen Menschen" die Schuld dafür geben, dass sie so schlechte Beziehungen hatten und solche Verletzungen nun in sich tragen.

Oft verändern diese Menschen ihre Gedanken über Beziehungen dann insofern, dass sie z.B. sagen, dass sowas ja eh nicht für immer hält. Oder sie fangen an, Gedanken zu äußern, wie z.B. dass Männer/Frauen ja eh nicht treu sein können, oder das es einfach keinen richtigen Partner für sie gibt. Man redet sich also sehr schnell irgendwelche Sachen ein, um sich das alles "erklären", bzw. "zurechtlegen" zu können.

Dabei wollen die meisten Menschen nicht einsehen, dass sie eigentlich das Problem sind. Wir lassen uns doch so schnell auf Flirtereien, Beziehungen und den ganzen Kram ein! Da brauchen wir uns doch eigentlich auch gar nicht zu wundern, wenn das so schnell wieder vorbei ist, wie es kam.... Wenn wir nichtmal in der Lage sind, Geduld aufzubringen, dann sollten wir uns nicht wundern, wenn wir unzählige Griffe ins "Klo" machen.

Wir jagen sozusagen dem imagniären Partner hinterher und wenn wir dann jemanden finden, der uns ein bisschen zusagt, dann greifen wir sofort zu, ohne groß nachzudenken. Und seien wir mal ehrlich.... wir schrecken auch nicht davor zurück, sofort oder nach ein paar Wochen mit dem anderen Menschen in die Kiste zu gehen, weil wir eben so nähebedürftig sind und uns Tagein Tagaus danach sehnen.

Es gibt auch viele Menschen, die sagen, dass sie nie Heiraten wollen, weil soetwas ja eh nicht "ewig" hält. Diese Einstellung ist extrem negativ und ich finde, dass diese Menschen dann auch gar nicht erst eine Beziehung eingehen sollten. Denn wenn ich etwas kaufe, bei dem ich vorher schon denke, dass es sowieso schlecht ist, dann wird es mir automatisch auch nicht so schmecken, einfach wegen meiner Einstellung.

Meine Meinung ist, dass Beziehungen viel Zeit brauchen. Man braucht eine Menge Zeit um sich kennenzulernen, und diese sollte man dann auch nutzen. Denn nur so kann die Chance erhöht werden, dass die Beziehung eben nicht sofort in die Hose geht. Natürlich weiss man NIE genau was wie wird. Aber das ist ja gerade das was Beziehungen ausmacht.... das was man investiert und das was der andere bereit ist zu investieren. Und um die Chance zu erhöhen, sollte man eigentlich erstmal in Erfahrung bringen, wass der andere bereit ist zu investieren.

Das wichtigste in einer Beziehung ist sowieso die gemeinsame Basis. Nur wenn man mit dem Partner eine gemeinsame, feste Basis hat, kann man die Beziehung auch gemeinschaftlich gut anpacken. Außerdem ist in einer Beziehung die Beständigkeit ein sehr wichtiger Faktor. Man muss sich immer darüber bewusst sein, was die Beziehung einem bedeutet, was der andere einem Wert ist. Außerdem muss über Themen geredet werden, die vielleicht für beide klar sind, aber dennoch immer wieder angesprochen werden sollten. In einer Beziehung muss man oft über das gleiche reden. Das hört sich komisch an, aber so funktioniert etwas, weil es eben ständig gepflegt werden muss damit es wirklich mit der Zeit auch wächst und Frucht bringt.

Ich habe noch niemals sehr lange Beziehungen geführt, was ich sehr gut finde, denn so habe ich z.B. keine Beziehung gehabt, die nach ein paar Jahren Bestand kaputt gegangen ist. Aber ich hatte genug Beziehungen um etwas darüber zu wissen und mir ein recht umfassendes Bild darüber machen zu können.

Auf jeden Fall ist das Thema Beziehung und Ehe in den Gedanken eher negativ verankert. Und dadurch, dass so viele Menschen Beziehungen eingehen OBWOHL sie so negativ denken, enden eben auch so viele Beziehungen in der Trennung. Das ist beweitem nicht der einzige Grund warum so viele Trennungen und Scheidungen stattfinden, aber ein wichtiger. Oft sind diese Zweifel an der Beständigkeit einer Beziehung insgeheime aber auch mit starken Selbstzweifeln verbunden, sodass man sich für viele Dinge überproportional die Schuld gibt. Sobald etwas in der Beziehung schlecht läuft, machen sich viele selbst dafür verantwortlich. Das ist ja auf den ersten Blick auch gar nicht so falsch, weil es ja stimmen kann. Aber viele Menschen fallen schnell in das "ich bin an allem Schuld - Loch", in dem sie dann nicht mehr nüchtern auf ihre Fehler schauen, sondern alles als Fehler betrachten. Und genau das ist eben ganz ganz schlimm, weil man dann ja die Realität aus den Augen verliert und meint, beziehungsunfähig zu sein o.Ä.

Wir Menschen scheitern eigentlich meistens nur an uns selbst und an unseren begrenzten Fähigkeiten und unserem Stolz. Wir sind meist nicht dazu bereit, von unserem zerstörerischem Stolz runterzukommen und einfach mal nicht nur auf uns zu schauen. Wir wollen so oft nur haben und nicht geben. Wir denken immer:

Was kann ICH einer Beziehung abgewinnen, was will ICH haben und was wünsche ICH mir.

Und gerade DAS ist das falsche Denken im Bezug auf Beziehung. Denn wenn wir so an eine Beziehung rangehen, kann es nur schlecht laufen und schiefgehen. Liebe beinhaltet nämlich immer nur den Aspekt des Gebens und nicht den des Nehmens. Aber wir glauben ja oft, dass es die "wahre Liebe" gar nicht gibt usw., dabei ist das einfach nur falsch. Denn die Liebe existiert genauso wie der Wind, wir können sie nur nicht sehen.

Viele Menschen sind einfach nicht reif genug für eine Beziehung, bzw. haben nicht einmal die nötigen "Basisfaktoren" verinnertlicht, um eine führen zu können. Jedoch tun es viele dennoch, was dann eben zu Verletzungen und vielen "Wunden" führen kann und z.T. auch führt.

Letztenendes ist Beziehung etwas wunderschönes und wenn Menschen das verstehen und begreifen, dann kann das nur gut werden und sich z.B. zu einer sehr schönen Ehe weiterentwickeln. Natürlich muss man hart daran arbeiten, aber man bekommt viel mehr zurück als man reinsteckt.

Ich persönlich freue mich darauf, wenn ich mal eine Beziehung mit (hoffentlich) der Richtigen für mich haben werde. Klar sehe ich auch längst nicht alles optimistisch! Aber ich denke eher darüber nach ob ich überhaupt mal wieder eine Beziehung haben werde, weil ich einfach manchmal daran zweifle, als dass ich darüber nachdenke, wie es dann läuft, denn das muss ich dann ja sehen! Ich habe meine Basis und das ist für mich das wichtigste.

Hierzu passende Texte: "Das Netz!", "Sich selbst belügen", "Ab wann ist man Beziehungsfähig?", "Menschen nehmen meist nur, aber an das geben denken sie nicht", "Glücklich sein"

 

02.07.2009 by Pleck

 
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