Alles besteht aus einem riesigen Netz. Das hab ich wohl schonmal irgendwo kurz erwähnt in einem anderen Text von mir, aber ich will das hier nochmal genauer ausführen.
Die meisten Menschen wissen sicherlich, dass alles was in uns ist und was wir so tun und denken, miteinander irgendwie zusammenhängt. Es ist wie ein großes Fischernetz, und an jeder kleinen Maschenkreuzung befinden sich Gedanken, Taten usw.
Und viele Dinge die wir tun, wirken sich auf widerum andere Dinge aus, bei denen wir das nie erwarten würden. Sind wir z.B. gestresst, so sind wir auch mehr gereizt. Sind wir mehr gereizt, sind wir unausgeglichener, und sind wir unausgeglichener, lassen wir unseren Frust mehr an unseren lieben Mitmenschen aus. Das hört sich jetzt komisch an, aber so ähnlich verhält sich das in vielen Bereichen unseres Lebens.
Daher finde ich auch persönlich viele Dinge schlecht, was andere in diesen Bereichen oft nicht verstehen können. Nämlich, weil ich bei einigen Dingen weiss, dass sie sich negativ auf das Leben des Menschen auswirken können/werden. Genau kann ich das dann auch oft nicht begründen.
Aber fakt ist, dass wenn ich z.B. regelmäßig Drogen konsumiere, in eine psychische Abhängigkeit gerate (muss ja nichtmal körperlich sein).
Genauso kann es passieren, dass wenn Menschen sehr viel Sex mit verschiedenen Partnern haben, also ständig die Sexpartner wechseln, Schwierigkeiten damit bekommen, vernünftige Beziehungen zu führen. All solche Dinge müssen natürlich nicht auf alle Menschen zutreffen, da wir ja verschieden sind, aber es gibt auch viele Dinge die gleich sind bei allen Menschen.
Ich meine, dieses Thema hier, "Das Netz!" ist so komplex, dass ich darüber fast ein Buch schreiben könnte, was aber sehr viel Zeit bräuchte und sowas kann ich nicht gut! Aber ich will nur sagen, dass wir Menschen darauf aufpassen sollten, was wir tun.
Denn selbst wenn jemand sagt:"Ja, wenn ich im Urlaub bin kann ich ja mit einer Sex haben und dann sehe ich die ja nie wieder." wird das dennoch Konsequenzen für sein Leben haben, was er danach und im eigenen Land oder der eigenen Umgebung weiterführt. Nämlich z.B. ein immer mehr zerrüttetes und falsches Bild von Frauen und Sex.
Oder wenn man sagt:"Ich hatte schon viele Beziehungen, aber naja, das hat mir nicht geschadet." dann stimmt das einfach nicht, weil man in jeder Beziehung psychisch etwas von sich lässt! Leute die viele Beziehungen hatten, und dazu zähle ich mich zu (für meine Begriffe zumindest), haben es schwerer in eine gute und echte Beziehung zu kommen und diese auch zu halten, weil sie u.A. voreingenommen sind und misstrauen dem Partner gegenüber in verschiedenen Bereichen haben, obwohl er ihnen nichtmal den kleinsten Anlass dafür gegeben hat!
Und so verhält es sich mit vielen Dingen, wie z.B. Lügen oder ähnliches. Wer einmal lügt, lügt schnell nochmal und dann belügt er plötzlich seine Freunde. Und so geht das dann weiter.
Das Netz ist so groß und so undurchschaubar. Alle möglichen Menschen versuchen das ja. Aber was ich weiss ist, dass man da keine Formeln oder ähnliches aufstellen kann. Wenn man versucht das Netz klar einzugliedern, dann funktioniert das nie. Denn dafür sind wir Menschen in jeder Hinsicht viel zu komplex.
Der Punkt ist, dass so viele Menschen sich so sehr selbst schaden, weil sie nicht glauben, dass dies und jenes mit dem und dem zusammenhängt. Doch sie täuschen sich. Und dann wundern sie sich hinterher, warum dies und das nicht funktioniert hat.... das ist doch klar, weil sie eben ihr Netz überwiegend schädigen in großen Teilbereichen. Und es ist klar, dass diese Schädigungen auf andere "Maschen" des Netzes übergehen und diese in Mitleidenschaft ziehen.
Es kommt ja auch oft vor, dass Menschen nicht genau wissen warum sie dies oder jenes tun. Zum Beispiel viele Raucher. Die wissen oft nicht warum sie genau rauchen. Oder andere, denen es manchmal vielleicht nicht gut geht, die wissen oft nicht, warum das so ist. Diese Menschen sehen dann nur auf bestimmte Maschen ihres "Seelennetzes", entdecken aber keinen Fehler. Eben weil sich dieser Fehler auf ganz anderen Maschen befindet. Denn diese Menschen gehen auf ihrem "Seelennetz" nicht den ausläufern der "Schädigungen" nach, hin zu den wirklich betroffenen Maschen, sondern verharren mit ihrem Blick auf ihren, scheinbar heilen.
Dann gibt es Menschen, die können ihr Netz besser durchschauen als andere. Ich kann folgenden Gedanken nicht pauschalisieren, aber ich würde das schon als Faustregel betrachten:
Die Menschen, die eine höhere soziale Kompetenz aufweisen, sprich offen mit sich und ihrer Umwelt umgehen und sich selbst hinterfragen, können ihr Gedankennetz besser durchschauen.
Manche denken jetzt sicherlich "Michi meint ja vorallem sich usw." aber ich will mich nicht als toll oder sonst etwas darstellen. Da sind vorallem meine Erfahrungen, die ich mit anderen Menschen gemacht habe. Ich habe Freunde, die sich sehr gut einschätzen können und zugleich im emotional - sozialen Bereich ebenfalls viele Begabungen haben. Natürlich hab ich auch Freunde, die "tiefgründiger" sind und nicht ganz so ihr eigenes Seelennetz von selbst durchschauen können. Manche brauchen dann vielleicht ein wenig Anstoß von Außen, bis sie dann selbst ins Rollen kommen.
"Das Netz" greift aber auch um sich, wenn es z.B. um psychische Krankheiten geht. Oft wissen Menschen nicht, warum sie dies oder jenes Verhalten aufweisen, in dem oder dem Bereich Schwierigkeiten haben, "normal" zu sein usw. Da ist es ja die Aufgabe der Therapeuten, in das Netz des Patienten zu schauen und die richtige Masche ausfindig zu machen. Von dieser Masche werden dann die Ausläufer, hin bis zu den anderen Maschen, bearbeitet und versucht, wieder in den Normalzustand gebracht zu werden. Allerdings dauert dies seine Zeit, bei manchen ja ein ganzes Leben. Ich stelle mir das Netz wie Seile vor, die ineinander verflochten sind, halt wie richtige Fischernetze, nur dicker und größer. Und diese Maschen bestehen nicht nur aus immer einem Seil sondern vielen Seilen, die alle zu jeweils dickeren Seilen zusammengeflochten wurden. Und oft müssen Menschen an einer Masche lange arbeiten, die zwar schon im Grundsatz vorhanden, aber noch lange nicht beendet ist. So ist das denke ich in eigentlich allen Bereichen unseres Lebens.
Dann gibt es Menschen, die sicherlich ein dickeres Seelennetz als andere haben. Aber nur, weil sie an verschiedenen Maschen mehr daran gearbeitet haben als andere. Für mich ist der Vergleich unserer Seele mit einem Netz ein wirklich praktischer, weil er für mich wirklich passt.
Bei Kindern, Behinderten, Jugendlichen usw. versucht man durch gezielte Förderung (In der Kita oder dem Heim usw.), das Netz an vielen stellen in den Normalzustand zu bringen.
An unserem Netz wird sowieso immer gearbeitet. Entweder wir tun es, oder es wird für uns getan. Natürlich bewegt sich das Netz auch oft in den Dreck. Das heisst, es wird manchmal das gesamte Netz dreckig.
Wenn wir uns z.B. verlieben, dann kann es schnell passieren, dass von einer einzigen Masche aus, unzählige kleiner "Ausläuferfäden" sich in alle anderen Maschen einschleichen. So sehen wir all unsere Probleme und Schwierigkeiten garnicht mehr als so kompliziert an und sind im Bezug auf die schönen Dinge noch glücklicher. Die anderen Maschen werden also kurzzeitig "erhellt".
Das geht natürlich auch andersherum, z.B. wenn jemand der einem nahesteht, stirbt. Dann gehen tausende von kleinen "Ausläuferfäden" in alle anderen Maschen und machen diese "Schmutziger". So sind wir dann in allen Teilbereichen runtergezogen und es geht uns schlecht.
Bei diesen beiden Beispielen gilt, dass dies meist nur vorrübergehende "Fäden" sind, die sich in alle anderen Maschen einschleichen. Irgendwann ziehen sich all die "Ausläuferfäden" wieder zurück und die Maschen werden wieder halbwegs normal. Allerdings bleiben manchmal kleine Flecken zurück, was z.B. die Erinnerung an den Verstorbenen sein könnten. Aber auch beim Positivbeispiel können Flecken zurückbleiben. Nämlich Flecken, die das Netz auf dauer erhellen, wenn es dann vom Verliebtsein zur Liebe übergeht.
Und so befindet sich das gesamte Netz unserer Seele ständig in Bewegung, ständig im Wandel. Jetzt kann man ja sagen:"Wenn ich es am Ende eh nicht beeinflussen kann, dann kann ich ja machen was ich will, mein Netz verändert sich eh ständig usw.".
Dem könnte ich nur zu einem sehr geringen Teil beipflichten. Denn wenn wir uns dauerhaft mit nur schlechten Dingen beschäftigen, dann wird das Netz definitiv insgesamt dunkler und schlechter. Wenn wir uns dauerhaft mit nur guten Dingen beschäftigen, geht es also in die andere, positive Richtung. Daher sollten wir unser Netz nicht den "Beschaffenheiten dieser Welt" ausliefern, sondern uns selbst lieber hinterfragen.
Das ist z.B. bei mir auch der Punkt im Glaube... kein Mensch kann sein oder ein anderes Seelennetz jemals insgesamt, oder auch nur zu kleinen Teilen überblicken. Wir können es vielleicht zu 3% oder so einsehen, den Rest könnten wir mit unseren Gedanken garnicht fassen, selbst wenn wir es wollten. Und ich weiss eben, dass Gott mein Netz voll und ganz kennt, und somit kennt er mich auch besser als jeder andere. Außerdem weiss er wie sich alle Maschen entwickeln werden. Und wenn ich es zulasse, dass er an diesen Maschen arbeitet, dann wird mein Netz immer heller werden. Ich gebe Gott aber oft zu wenig Maschen in die Hände, an denen ich ihn frei arbeiten lasse. Oft will ich viele Maschen selbst gestalten. Jedoch hoffe und arbeite ich dafür, dass ich immer mehr Maschen Gott wirklich übergeben kann, weil er der einzige ist, der das Netz jemals zum Glanz bringen kann. Niemand sonst kann das, nichtmal annähernd oder auch nur im geringsten Punkt.