Unsere Inkonsequenz ist oftmals so richtig erbärmlich habe ich festgestellt. Wir nehmen uns so viele Dinge vor und wollen so vieles immer wieder verändern und besser machen. Hätten wir schon alles geschafft zu verändern, was wir uns so oft vornehmen, dann hätten wir bereits Weltfrieden und keine Probleme mit uns selbst. Aber leider ist dies nicht der Fall, es ist eben genau umgekehrt.
So als ob unser Verhalten am Ende nur dazu führt, dass wir uns nur mehr und mehr zerstören (und damit meine ich nicht die Machthaber der Länder, sondern jeden Menschen).
Ich habe mir schon so viele Dinge vorgenommen, doch das meiste davon ist nach wie vor nicht eingetreten. Es passiert mir gelegentlich, dass sich etwas wirklich verändert, auch dauerhaft (z.B. das aufhören mit World of Warcraft), aber dann tun sich plötzlich neue Löcher auf die ich gern stopfen möchte und das funktioniert dann oftmals nicht. Das sind dann für mich oft bittere Rückschläge, vorallem wenn bestimmte Dinge immer wieder vorfallen und ich es nicht schaffe, sie auszumerzen.
Ich meine, das kennen doch alle Menschen und sicher auch alle Leser hier.... das wir uns Dinge vornehmen, die nicht klappen und sich einfach nicht routinieren wollen...! Woran liegt das? Was macht uns Menschen so angreifbar für dieses inkonsequente Verhalten?
Für mich geht daraus ganz klar hervor, dass wir sehr zwiegespaltene Wesen sind. Wenn ich mir vorstelle, dass ich etwas bestimmtes erreichen will oder schaffen möchte oder was auch immer, aber andere Faktoren in mir das wieder blockieren, dann kann doch irgendwas mit mir nicht stimmen, oder?! Eigentlich müsste es eine Therapieform geben, die sich mit Inkonsequenz befasst! Man müsste zum Therapeuten gehen können und sagen:"Ich nehme mir Dinge vor die ich dann nicht schaffe umzusetzen, und zwar nicht, weil es unrealistisch wäre diese zu schaffen, sondern weil ich einfach zu träge und faul bin um das durchzuziehen!". Dann müsste der Therapeut antworten:"Ja ok, da gibt es unsere Konsequenztherapie, mit der wir das Verhalten zum positivien hin verändern können.".... aber so etwas gibt es nicht!
Warum gibt es soetwas nicht? Naja... ich denke mal, weil es "menschlich" ist und nicht "krankhaft", wenn man inkonsequent ist. Aber warum ist soetwas menschlich? Wir wollen etwas tun, was wir dann doch nicht tun? Egal wie menschlich das ist, normal kann es nicht sein, denn es wiederspricht sich total! Also bleibt nur, dass es krankhaft ist!
Ich finde das wir Menschen da höchst primitiv sind, zumindest dafür, wieviel wir wissen und wovon wir meinen, Ahnung zu haben. Es ist total bescheuert... wir nehmen uns etwas fest vor und machen es dann doch nicht?! Und dann belastet uns das auch noch irgendwie und wir verstehen nicht, was das ganze soll. Das interessante dabei ist ja...., dass das Menschen aller Altersklassen betrifft und nicht nur junge oder alte Leute. Ich komme hier ehrlich gesagt auch nicht weiter, wenn ich nicht Gott mit einbeziehe und den Teufel. Denn der Teufel führt uns immer wieder zurück in die Inkonsequenz. Denn wenn wir uns schlimme Dinge vornehmen (was hoffentlich nicht so oft passiert), dann klappt das meist ganz gut. Nur die guten Vorsätze werden oft nich umgesetzt, bzw. durchgehalten. Wir werden immer wieder zurückgetrieben in das inkonsequent sein.
Und warum passiert das genau so? Es passiert so, weil jemand möchte das wir uns nicht bessern, und uns nicht aufraffen, nicht den Arsch hochbekommen um unsere guten Vorsätze zu erreichen! Und das ist der Teufel, egal wie dumm und naiv sich das anhört!
Aber was können wir da tun? Naja, es gibt ja so einige Wege, wie z.B. mit Freunden darüber reden, sich aufmuntern und ermutigen lassen usw. Aber am Ende helfen uns diese Wege oft nicht weiter. Sind wir in einem Punkt träge, so bleiben wir das auch meistens, außer es kommt ein ganz tiefer Fall, sodass wir uns ändern o.Ä. Aber am Ende kann uns da nur einer raushelfen und das ist Jesus. Denn er bietet genau das was wir brauchen: festen Halt, Standfestigkeit, Durchhaltevermögen und das beste bei dem allen: Freude daran!
Auf jeden fall ist unsere Inkonsequenz eines unserer größten Probleme, denn die hindert uns daran, wirklich voranzukommen in unserem Leben, bzw. nur sehr sehr schleppend! Und dann schaffen wir Dinge erst mit 50, die wir schon mit 25 geschafft hätten, wenn wir etwas willensstärker gewesen wären.
Ich habe in meinem Leben versucht, so viele Dinge anzupacken und das schon seit Jahren. Nur bin ich bei vielen Dingen bis heute nicht dazu gekommen, diese wirklich zu ändern. Durch den Glauben, den ich seit diesem Jahr wieder habe, bin ich in den letzten paar Monaten so weit gekommen wie ich in den letzten 5 Jahren nicht war. Allerdings sehe ich noch soviele was getan und verändert werden muss. Ich bin keineswegs besser als andere, oder weniger inkonsequent. Aber ich will dahinkommen und weiss das ich das schaffen kann.
Ich habe nach einigen Jahren der Abwehr eingesehen, dass ich allein viel weniger schaffe und hinbekomme als ich es mit Gottes Hilfe kann. Denn wir Menschen sind zur Inkonsequenz verdammt. Und auch jeder der noch so gläubig ist, wird ganz oft, immer wieder inkonsequent und schwach sein! Der Glaube befreit einen nicht davon, aber er erleichtert es einem, anzunehmen, dass man so ist!