Depressionen sind ein sehr kompliziertes Thema. Aber Fakt ist, dass depressive Menschen einen Tunnelblick haben und nur ihre Probleme, das Schlechte und die Hürden in ihrem Leben sehen und nicht nur das. Sie sehen ihre Probleme als viel komplizierter an, als sie eigentlich sind. Das ist auch mehr als verständlich.
Denn wenn ich nur auf eine Sache schaue, dann merke ich, wie sehr diese eigentlich komplex ist, und wie verwinkelt alle Ecken innerhalb dieser Sache oder dieses Problems sind.
Der Fehler, denn die Depressiven hier machen ist nicht, dass sie zu intensiv auf eine Sache schauen, sondern das sie nur auf die schlechten Dinge sehen. Denn man kann auch genauso gut auf die guten Dinge sich fixieren und sich klarmachen, dass man eine Menge hat. Klar das depressive das nicht tun, denn sie sind, über einen oftmals langen Zeitraum, in ein tiefes Loch gekommen, was sehr tief und schwer zu überwinden ist.
Ich will in diesem Text nicht großartig darüber schreiben, wie man diesen Tunnelblick überwinden kann, sondern mich eher den Problemen dieser Sichtweise widmen.
Egal was gutes passiert, egal was man für Erfolge hat, wenn man ernsthaft depressiv ist, dann werden diese Erfolge überschattet von den scheinbar so schlechten Dingen im eigenen Leben. Man denkt das man dort nicht rauskommt, man denkt, dass man ewig darin gefangen bleiben wird aber das schlimmste ist: Meistens klammern sich die Depressiven an den negativen Dingen fest. Es ist fast wie im Film "Verschollen", in dem Tom Hanks einen primitiven Ball als Freund sieht und in eine krasse Panik gerät, als "Wilson", der Ball, unwiederbringlich wegzusein scheint. Das ist mehr als verständlich für den Zuschauer, denn Tom Hanks hat sich mit "Wilson" oft "unterhalten", diesem seine Gedanken erzählt und wie ein "Haustier" behandelt, dem man beim Spazierengehen Gedanken mitteilt, jedoch ohne, dass das Haustier antworten kann.
Die Sache hier ist die... Tom Hanks hätte sich auch genauso gut auf einen Baumstamm konzentrieren können und ihm seine ganzen Probleme und Gedanken erzählen können und er wäre dann genauso fertig gewesen, wenn der Baumstamm plötzlich weggewesen wäre. Das bedeutet, dass er sich so viel auf diesen Ball konzentriert hat, dass dieser ihm ans Herz gewachsen ist, egal wie schwachsinnig und dumm dieser Gedanke ist.
Die Depressiven konzentrieren sich auch auf viele Dinge sehr stark, aber auf die falschen eben. Dadurch entwickeln sie eine "Beziehung" zu dieser Sache und gewinnen es irgenwdie lieb für sich und wollen dieses Problem dann einfach nicht mehr loslassen. Schwierig ist hierbei zu lernen, seine Sichtweise, bzw. seinen Willen, auf gute Dinge zu schauen, zu ändern. Und das ist eben der Knackpunkt, bei dem es meistens hakt. Denn wer will schon etwas loslassen, was er wirklich lieb gewonnen hat? Niemand, außer er merkt vielleicht, wie sehr ihm diese Sache, die er so sehr lieb hat, in wahrheit schadet. Nur das wollen die meisten nicht... einsehen, dass ihnen das, was sie so lieb haben, manchmal oder gar oft, schadet! Und genau das müssen Depressive lernen... etwas neutral auf Dinge zu schauen und sich mal in Gedanken einen Moment lang nicht an die so "lieb gewonnenen" Probleme festzuklammern. Denn so würden sie sehr schnell auch mal spüren, was sie für Probleme haben und wie fatal es eigentlich ist, sich an diesen festzuklammern.
Nur leider sind Depressive oft sehr sehr bequem... sie baden in ihrem Selbstmitleid, es geht ihnen schlecht usw. aber sie wollen nichts dafür tun, dass es ihnen besser geht, sondern lieber darauf warten, dass andere kommen und ihnen die "Problemlösungspakete" hinlegen, damit sie diese nur noch auszupacken haben.
Nur wird niemals auf diese Art und Weise ein Depressiver gesund, denn wie für alles was gut und schön ist, muss man (und auch der Depressive) hier etwas mehr tun, als nur rumzusitzen und abzuwarten, dass etwas von "allein" passiert.