Ich hab mich entschieden jetzt endlich darüber zu schreiben, dass ich vom SVV los bin. Ich kann zwar nicht behaupten das ich niemals auch nur eine Sekunde an das Schneiden denke, aber ich kann sagen das ich es mittlerweile garnicht mehr vermisse, und das schon seit vielen vielen Monaten nicht mehr. Ich weiss nicht genau seit wann mich das SVV nicht mehr "reizt", es ist aber schon sehr lange her für meine SVV - Verhältnisse.
Der Vorteil aus meinem derzeitigen "Lebenswandel" ist sowieso, dass das SVV für mich immer sinnloser und abstruser erscheint als es das jemals war. Früher war es oft so, dass ich es Zeitweise einfach nicht brauchte, da es mir ganz gut ging. Doch dann kamen erneute Tiefs, durch die ich das Schneiden oftmals wieder in Erwägung zog.
Heute ist das ganze noch ein Stück weiter verändert. Ich sehe das SVV nicht mehr als Mittel, welches meine Probleme vorrübergehend erleichtern oder vergessen machen könnte für mich. Meine Einstellungen, Ansichten und vorallem mein Glaube machen mir klar, dass ich durch das SVV niemals etwas erreicht habe und niemals etwas erreichen werde, egal was ich für Probleme bekämpfen will. Es ist nicht der Punkt, dass ich nun denke das es mir so gut geht das ich das SVV niemals mehr brauche. Auch ist es nicht so, dass ich denke, dass ich davon "geheilt" bin, wobei mir dieser Gedanke als garnicht so fern erscheint.
Allerdings liegt der springende Punkt darin, dass ich dadurch, dass ich Gott immer näher kennenlerne, immer weiter weg davon komme, überhaupt das SVV als Weg der Problemlösung zu sehen, bzw. dass ich es schon länger nicht mehr als solches betrachte. Denn der Weg, sich selbst zu verletzten, ist in jeder Hinsicht distruktiv! Klar, wenn ich früher geschnitten hab, hat es Dinge erleichtert, aber am Ende war es immer nur schlecht und negativ für mich. Es ist das gleiche wie mit Drogen oder ähnlichen Sachen. Diese "halfen" mir auch (aber nur scheinbar) in bestimmten Situationen, aber letztendlich waren sie nur schlecht für mich. Und auch wenn ich manchmal denke, dass es ja garnicht so schlecht ist, dass ich diese Narben habe und Drogen eingenommen hab, so weiss ich gleichzeitig dennoch, dass diese "positiven Gedanken" daran nur ein Schein ist, der mich trügen will. Denn wie kann ich denken das diese Dinge mal gut für mich waren, wenn sie heute schlecht sind? Eigentlich sind diese 2 Punkte nicht zu vereinbaren. Sie waren damals vielleicht ein (schlechter) Weg, aber absolut nichts gutes, und selbst wenn, dann nur für meine total naive und primitive Gefühlsseite, die die Realität nicht erkennt.
Ich verdamme jetzt nicht die Zeit die ich hatte, auch das SVV usw verwünsche ich nicht unmittelbar. Ich nehme es so wie es halt war und akzeptiere das. Außerdem sind die Erkenntnisse, die ich aus diesen Zeiten gewonnen habe wichtig für mich, da ich in der Zeit nicht mehr Stecke, aber die Erkenntnisse daraus mir heute noch zur Seite stehen können in einigen Situationen. Klar, das Leben wär sicher leichter für mich gewesen, wenn ich diese Zeiten nicht gehabt hätte, jedoch waren sie nunmal da und das Schneiden war damals halt mein Weg, auch wenn er absolut schlecht war.
Ich finde es krass wie diese Welt Einfluss auf unser denken hat und wie wir damit umgehen. Wir lassen uns von unseren Gefühlen hinreißen und gehen ihnen nach wie blinde Hunde. Wir betrügen unsere lieben Mitmenschen, belügen sie, gehen ihnen Fremd, heucheln und verleugnen uns so oft selbst.... und fügen uns mit all diesen Dingen immer nur wieder selbst Leid zu. Doch wir tun es immer wieder, ohne Nachlass. Dann gehts uns schlecht, wir sind deprimiert und wissen nicht wohin. Wir verrennen uns in uns selbst und fangen an zu grübeln, gehen verschiedensten Gelüsten nach. Die einen den "gesellschaftlich anerkannten" und die anderen den "gesellschaftlich verworfenen". Und ich bin dem Schneiden nachgegangen, was eher dem zweiten zufällt. Viele Menschen trinken auch sehr oft, was dann wohl eher in das erste passt.
Ich weiss natürlich nicht was nun wäre wenn z.B. jemand von denen, die mir nahe stehen (Geschwister, Freunde usw) stirbt, also ob ich dann auch standhaft wäre in dem Punkt, nicht zu schneiden. Aber ich weiss, dass ich mich einfach viel mehr darauf verlassen will, dass Gott mich trägt durch all diese Zeiten die kommen mögen, und das ich ihm so sehr vertrauen will, dass er mich dann hält und mir klarmacht, dass sich am Ende alles für mich zum Guten wendet, egal was passieren mag.
Das hört sich jetzt alles vielleicht fremd an für viele, aber ich habe eine ganz feste Gewissheit, und das ist einfach nur echt super.
Im Klartext heisst es einfach, dass das SVV nicht mehr zu meinem Leben passt, da mein Leben sich im vergleich zu früher grundsätzlich verändert. Und ich betrachte Gott und Jesus als den einzig richtigen Weg, all meine Probleme in den Griff oder gelöst zu bekommen. Und diesen Weg ist der den ich gehen möchte.... und das SVV ist einfach unendlich weit von diesem Weg entfernt.
Ich will also einfach nicht mehr, dass das Schneiden einen Platz in meinem Leben inne hat, und zwar grundsätzlich!